Zwischen Kostenoptimierung und Zeitverschwendung

Zwischen Kostenoptimierung und Zeitverschwendung
Carsten Meyer-Mumm

Ich finde nichts schlimmer, als nach dem Händewaschen nasse Hände zu haben – ich möchte meine Hände wirklich gerne abtrocknen.

Überall auf öffentlichen Toiletten wird darauf hingewiesen, keine unnütze Papierverschwendung beim Abtrocknen der Hände zu erzeugen, sondern maximal 2 Blatt zur Trocknung zu verwenden. Vielerorts sind Papierspender schon den Handtrocknern gewichen.

Da, wo es noch Papierspender gibt und gleichzeitig das ökologische Gewissen getriggert wird, sieht man sich immer häufiger in dem Dilemma zwischen ökologischer Weltanschauung und pragmatisch umgesetzter betriebswirtschaftlicher Prozessoptimierung.

Wie das? 

Es ist für mich nur anzunehmen, dass Reinigungskräfte beim Auffüllen dieser Papierspender im guten Glauben handeln „mehr ist immer besser“ zur Optimierung der wiederkehrenden Arbeitsschritte – dabei aber die Grundgesetze der Physik leider außer Acht lassen.

Denn: Wenn man einen Papierspender bis oben hin mit den in sich verschachtelten Papieren vollstopft, bis fast gar nichts mehr reingeht, dann kann man unten an dem Papier zwar ziehen, aber der Widerstand ist so groß, dass man früher oder später halbe und noch kleinere Papierfetzen abreißt und eher ein Knäuel aus dem Spender bekommt, als ein flächendeckendes Stück Papier, mit dem sich die ganze Handfläche abtrocknen lässt.

Die Folge ist, dass wir eher mehr Papier aus dem Spender fummeln und somit unnötigen Überschuss produzieren, als dass es noch als ökologischer Gedanke durchgehen würde.

Hat schon mal jemand die Kosten zwischen Prozessoptimierungskosten für weniger Reinigungseinsätze (was man ja eigentlich aufgrund gewisser Toiletten-Hygiene auf öffentlichen Toiletten gar nicht will!) und den Mehrkosten für den erhöhten Papierverbrauch der Kunden gegenübergestellt?

Es würde mich sehr interessieren!

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